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SPD Hebertshausen.

Erholsame Ferien wünscht die SPD Hebertshausen

Veröffentlicht am 31.03.2015

Marianne Klaffki setzt erste Anregung aus Bürgergesprächen um

Prof. Dr. Gantzer informiert über richtige Vorsorge im Alter

 

 

 

Was ist, wenn ich nicht mehr selbst entscheiden kann? Auf Einladung von Marianne Klaffki informierte 
Prof. Dr. Peter Paul Gantzer, Notar, im Sportheim Ampermoching über Vorsorge für Alter und Krankheit 
die zahlreich anwesenden interessierten Zuhörer. Lebhaft mit Beispielen aus der alltäglichen Praxis
unterlegt, stellte Gantzer die drei wesentlichen Säulen der Vorsorge - Betreuungs-, Patientenverfügung
und Vorsorgevollmacht - vor. Eine Patientenverfügung kann eine wichtige Vorsorge sein, sie muss aber
rechtsgültig und eindeutig formuliert sein. Eine Betreuungs-verfügung hat weitreichende Folgen und 
muss gut überlegt sein. "Ein Augenblick,- eine Krankheit, ein Unfall - kann das ganze Leben verändern
, so Gantzer. Marianne Klaffki ergänzte aus vielen Bürgergesprächen: Viele Menschen in Hebertshausen
beschäftigt die Frage: Wie treffe ich Vorsorge für den Fall, dass ich meine Rechte nicht mehr selbst 
vertreten kann? Wie kann ich eindeutig festlegen, wer meine Patientenrechte vertritt, wenn ich es selbst
nicht mehr bestimmen kann? Unterschieden werden müssen Patientenverfügung und Betreuungs-
verfügung, so Peter Paul Gantzer. 

"Eine Patientenverfügung gilt für die Fälle, in denen ein schwer Erkrankter oder Verletzter seinen Willen
nicht mehr äußern kann." Der Inhalt einer Patientenverfügung, so Gantzer lässt letztlich rechtssicher auf
zwei Sätze zusammenfassen, wenn Menschen das Ende ihres Lebens ohne lebensverlängernde
Maßnahmen gestalten wollen: "Ich wünsche keine ärztlichen Maßnahmen, die nichts weiter als einer
Verlängerung des Sterbevorgangs bedeuten. Ich bitte, mein Recht auf ein menschenwürdiges Sterben
zu achten. "

Eine Betreuungsverfügung ist dann wichtig, so Prof. Dr. Gantzer, wenn eine volljährige Person aufgrund
einer psychischen Erkrankung oder einer körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung seine
Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr besorgen kann. "In diesem Fall vertritt ein Betreuer alle
Ihre Rechte. Mit einer Betreuungsverfügung können Sie bestimmen, wer diese Aufgabe übernehmen soll"
erläutert der Rechtexperte. Dabei geht es dann um die Frage, des Aufenthaltes (wo wohne ich),
um den Umgang mit finanziellen Mitteln und um gesundheitliche Entscheidungen.

Wichtig ist auch die Vorsorgevollmacht. Eine Betreuung kostet Geld und verursacht viel Bürokratie.
So muss z. B. der Betreuer jährlich gegenüber dem Vormundschaftsgericht Rechnung abliegen über
die Einnahmen und Ausgaben. Abgerechnet wird dieser Leistung mit Honoraren, teilweise ist die 
Genehmigung des Vormundschaftsgerichts erforderlich. Günstiger ist die Lösung durch eine 
Vertrauensperson in der Familie. Hier bietet das Betreuungsrecht eine weniger bürokratische Regelung,
die Vorsorgevollmacht. Diese Vollmacht wird in aller Regel als Generalvollmacht erteilt und schließt damit
grundsätzlich die Bestellung eines Betreuers aus, so Gantzer.

„Das Ganze ist weniger kompliziert als Sie denken“, erklärt Prof. Gantzer, „es wird von manchen einfach
nur unverständlich erklärt. Lassen Sie sich nicht abschrecken Ihre eigene Entscheidung zu treffen und für
sich vorzusorgen,“ so der Rat des langjährig praktizierenden Notars und Rechtsexperten.

Veröffentlicht am 22.02.2014

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